Donnerstag, 4. Dezember 2008

Twitter-Chef: "Wir machen Umsatz, ich sag' aber nicht, wie"

Im Churchill Club, dem CEO-Club in San Francisco, hat sich Twitter-CEO Evan William gegen den Vorwurf gewehrt, er baue mit dem Microblogging-Dienst ein Unternehmen ohne Business-Perspektive auf. 2009, versprach er, will Twitter wirklich Umsatz machen. Allerdings sage er nicht, wie. Seine Begründung war - nun, nennen wir sie "exzentrisch".


Geheimes Umsatzkonzept: Evan Williams, Twitter-Gott
"Wir werden Umsatz machen, aber ich kann nicht genau sagen, wie. Denn wir können nicht vorhersagen, wie sich unser Geschäftsmodell entwickelt", sei die Aussage von Evan Williams gewesen, berichtet Rafe Needleman auf Cnet aus dem Churcillclub . Needleman war allerdings überzeugt, dass Williams im Gegensatz zu seinen Aussagen sehr genau wußte, wie er Umsatz zu machen gedenkt. Es aber niemanden verraten wollte.
Ursprünglich sei der Plan gewesen, sich 2010 um Umsätze zu kümmern. Dies sei laut Williams vorgezogen worden. Die Umsätze sollen 'skalierbar' und 'produktbezogen' sein - also nicht ausschließlich werbefinanziert oder sponsoringbasiert. Immerhin: Williams Vorbild ist Google, an die er seinen Dienst Blogger 2003 verkauft hat.

Geschäftsmodell: Googles sechs Säulen

Wie funktioniert Google? Eine neue Studie von faberNovel erklärt die sechs Faktoren, auf denen der Erfolg des Konzerns aufbaut. Doch jetzt sind die Säulen in Gefahr.

Die Consultants der französischen Unternehmensberatung faberNovel haben einmal alle Faktoren zusammengetragen, die Google zu einem nach wie vor hochprofitablen Konzern machen. In der jetzt in Paris veröffentlichten Studie 'Everything you always wanted to know about Google...But were afraid to ask' werden zudem Googles Aktivitäten im Online-, Gesamtwerbe- und Mobilmarkt beschrieben sowie Vergleiche zu Mitbewerbern von Facebook bis Microsoft gezogen. Wer sich als bestehende Firma oder als Start-up vom Erfolgsrezept etwas abschauen möchte, sollte folgende Punkte aufs eigene Wirtschaften übertragen:

Skalierbarkeit
Netzwerkeffekte
Data Mining
Offenheit
Co-Kreation
Geschäftsmodell



Sechs Faktoren machen den Konzern erfolgreich, so die Studie von faberNovel.

(Bild: faberNovel)
Für die Skalierbarkeit ist es wichtig, bei möglichst geringen Kosten wachsen zu können. Die Infrastruktur der Firma muss angewandt sein, das heißt: Ihre Größe muss schnell anpassbar sein. Auch beim Business Modell sollen möglichst viele Nutzer angesprochen werden, um die Monetarisierung zu starten oder verbessern.
Bei den von den Beratern identifizierten Netzwerkeffekten ist die Anzahl der Nutzer entscheidend für den Wert der Dienstleistung. Eine kritische Masse muss her, um Mitbewerber durch eine Barriere des Marktzugangs außen vor zu lassen.

Ohne Data Mining gibt es nach Überzeugung von faberNovel keinen Erfolg. Die Werkzeuge, um Nutzerdaten im Web zu analysieren sind wichtig für eine Monetarisierung - Stichwort 'Tracking'.

Die vierte Säule in Googles Erfolgsmodell ist Offenheit. Freier Zugang zu Content und weiteren Services halten die Studienautoren für eine wichtige Stütze eines funktionierenden Business.

Mit Co-Kreation umschreiben die Consultants die Einbindung nicht-traditioneller Akteure für die Wertschöpfungskette. Dazu zählen Nutzer, Contentproduzenten und externe Entwickler. Wer ihnen Tools zur Verfügung stellt, könne so neue Märkte erschließen und die angebotene Dienste bereichern.

Unter dem Punkt Geschäftsmodell wird das Axiom verstanden, Werbung nicht als Markt, sondern als ein Business Modell zu verstehen. Alles, was Advertising und Werbungtreibende anzieht, ist nach dem Modell Google ein Ziel.



Auch bei Google wird bis 2010 weniger Geld verdient.
Bei aller Euphorie und Sympathie für das Modell Google gibt es jetzt erste Analystenwarnungen. Eric Savitz schreibt im Barron's Blog , dass Googles Erlöse und die Gewinne je Aktie sinken werden. Er zitiert als Quelle den Analysten Trip Chowdhry , der für Global Equities Research errechnete, dass die Erlöse in diesem Jahr 15,71 Milliarden Dollar betragen werden, im kommenden Jahr aber nur noch 15,23 Milliarden Dollar erreichen, um 2010 auf 14,57 Milliarden Dollar abzusinken.
Analyst Chowdhry wird auf Barron's auch mit einer Warnung zitiert, die den SEM-Markt betrifft. nicht näher bezeichnete Quellen hätten ihm verraten, dass die Anzahl der verkauften Keywords um zwei bis fünf Prozent gesunken sei, die Gebote auf manche Suchworte gar um bis zu 20 Prozent. Trotz der Umschichtung von Werbebudgets hin zu Online würden die derzeitigen negativen volkswirtschaftlichen Effekte diese Zugewinne zunichte machen.


Everything you always wanted to know about Google…
by Ouriel Ohayon on December 2, 2008

…But were afraid to ask. This is the title of this very interesting 34-slide presentation on Google prepared by FaberNovel, a french consulting firm. It is hard to realize the real nature of this just 10 years old giant given the number of services it has continuously released, updated (and sometimes shut down) or acquired.

This presentation gives a great overview of the company’s overall strategy and the reasons it has become what it is today.

Google_14Q_en.pdf (page 4 of 33)

It addresses some key questions about the company’s future, presented in the slide above: how Google won’t be affected by the crisis (not so sure about that if you consider their own stock update: the WSJ has a good article about the upcoming downturn), its relation with Microsoft and its advantages on Facebook, its footprint in the infrastructure and mobile world…

All about Google
View SlideShare presentation or Upload your own. (tags: google seo)

There is an interesting slide about how Google buys traffic through key partnership deals with software or hardware companies (slide 14) Many tend to think Google has free traffic or zero marketing costs which is a wrong assumption since it affects directly its P&L

For regular readers, most of this information will not be a surprise. But it is well organized and structured and gives some good prospective. I just wished the presentation was focusing a little more on the Giant’s weaknesses. A TechCrunch France reader funnily commented that, only the absence of electricty could stop them. What we do know on the web is that giants do not stay strong forever. The question is when will the wind change direction for Google?


Internet wird zum Leitmedium !

Holger Schmidt von der FAZ zu einer Umfrage des europäischen Online-Werbeverbandes EIAA:

unter 1000 Deutschen nutzt diese Altersgruppe das Internet im Durchschnitt 14,4 Stunden in der Woche, ein Viertel länger als im vergangenen Jahr. Das Fernsehen kommt in Deutschland auf eine durchschnittliche Nutzungszeit von 14,7 Stunden in der Woche, stagniert aber und wird immer stärker zum Begleitmedium, das im Hintergrund läuft, hat die Repräsentativumfrage ergeben.

Der Trend und die Erkenntnisse sind nicht neu. Aber es ist immer gut, wenn man Zahlen hat, mit denen man diese untermauern kann.

» Das Internet wird zum Leitmedium - Netzökonom

Nico Lumma dazu:

Die Auswirkungen für die Werbebranche werden massiv sein, auch wenn das sicherheitshalber Ende 2008 noch niemand wahrhaben will und die Finanzkrise nun ersteinmal zur Begründung du jour avanciert ist. Aber die Werbe-Budgets für TV werden wegbrechen, genauso wie sie bei Print weggebrochen sind. Und natürlich werden diese Budgets künftig online zu finden sein, wenn auch eher nicht in der von TV bekannten Größenordnung.

» Das Internet löst Fernsehen als Leitmedium ab

Martin Oetting auf ConnectedMarketing.de:

Die Folge ist, meiner Ansicht nach, dass gerade die Agenturen extrem darauf achten müssen, nicht einfach weiter Dienst nach Vorschrift machen und auf die alten Kamellen setzen dürfen, sondern sich damit auseinander setzen müssen, was im Netz gefragt ist.

» ConnectedMarketing.de: Das Fernsehen macht’s einem schwer. Das Internet aber auch.

Internet-Branche blickt angstfrei nach vorn

Das Jahr 2009 wird prima, glaubt die Online-Branche

Die aktuelle Wirtschaftskrise betrifft von allen Medien die Onliner am wenigsten, glaubt ein Großteil der Mitglieder im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Die aktuelle Konjunkturkrise hat auf die Online-Medien die geringsten und auf die Print-Medien die stärksten Auswirkungen. Das zumindest glauben 139 BVDW-Mitglieder, die in einer Sonderumfrage ihre Einschätzung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage abgegeben haben. Mehr als die Hälfte der Befragten kann derzeit noch keinen Einfluss auf das eigene Geschäft wahrnehmen, doch vier von zehn Umfrageteilnehmern gaben an, bereits heute Auswirkungen zu spüren. Insgesamt fällt der prognostizierte Umsatz der BVDW-Mitglieder für das kommende Geschäftsjahr sehr positiv aus: So erwarten knapp 60 Prozent der Befragten einen höheren Umsatz im Vergleich zu 2007, während nur 13 Prozent pessimistisch in die Zukunft blicken. Über neun von zehn Befragten erwarten allerdings einen Bedeutungszuwachs der Kriterien Werbewirkung und Werbeeffizienz.

Deutlich pessimistischer indes sind die Prognosen für das diesjährige Weihnachtsgeschäft:Hier erwarten 45 Prozent keine Verbesserung zum Vorjahresergebnis, rund ein Drittel befürchtet gar eine Verschlechterung. Lediglich jeder vierte Umfrageteilnehmer hofft auf ein besseres Weihnachtsgeschäft als im vergangenen Jahr.

Search Based Keyword Tool von Google

Vor einigen Tagen hat Google das Search Based Keyword Tool in UK und USA gelauncht. Das SBKT zeigt relevante Keywords und Zielseiten auf, basierend auf den aktuellen Google-Suchanfragen.
Wenn Sie eine URL in das Tool eingeben, analysiert Google den Inhalt der Seite und generiert eine Liste von relevanten historischen Google.com Suchanfragen für Ihre Seite und zeigt Ihnen auf, wofür sie noch keine Anzeigen geschaltet haben.

Für jeden vorgeschlagenen Suchbegriff schlägt Ihnen das Tool eine Zielseite mit passendem Volumen und Wettbewerbsdaten vor. Desweiten wurden noch zwei weitere Funktionen vorgestellt:
Ad & Search Anteil Daten: Die Daten zum Anzeigen-Anteil (Ad Share) zeigt Ihnen, wie oft Ihre Anzeige auf eine Suchanfrage erscheint und und die Daten zum Such-Anteil zeichen Ihnen die Häufigkeit, wie oft Ihre Anzeige auf der ersten Seite der Suchanfragen-Ergebnisseite erscheint.

Hier finden Sie unseren Blog Post.

Hier finden Sie das Tool: www.google.com/sktool und können sich mit Hilfe Ihrer Google Konto Login Daten anmelden.

Wann die Funktion auch in Deutschland zur Verfügung steht, ist derzeit noch nicht bekannt. Bei Interesse an der Teilnahme des Beta Test können Sie sich an Ihren Ansprechpartner bei Google wenden.