Freitag, 13. Februar 2009

Eine soziale Toolbar von Google

Mit der social bar erweitert und vereinfacht Google das eigene Friend Connect. Noch ist der Mehrwert überschaubar, aber die social bar hat echtes Potential.

Meine Lieblingsmetapher für Google ist die eines Nebels, der sich über das Web legt. Jede Webseite, die AdSense, Google Analytics, Google Maps oder einen beliebigen anderen Dienst von Google einbettet, macht diesen Nebel immer dichter und Google damit immer schlauer. Im Vergleich zu Google produzieren alle anderen Unternehmen bestenfalls Schäfchenwolken.

Aber einen der wichtigsten und erfolgreichsten Aspekte hat Google die längste Zeit verschlafen: Das soziale Web. Auch wenn sich Google seit kurzem die Phrase ‘The web is better when it’s social’ auf die eigene Fahne schreibt und diese Woche sogar ein Social Web Blog gestartet hat, wirkt fast alles, was Google im Umfeld des sozialen Webs unternimmt, wie ein unbeholfener Versuch, die Elemente erfolgreicher Sites zu kopieren. Sozial ist nicht in Googles DNA.

Die zwei wichtigsten Projekte von Google in diesem Bereich sind wohl OpenSocial und Google Friend Connect.

Zur Erinnerung: OpenSocial ist ein Kontainer, in dem soziale Widgets leben können, die auf eine schon bestehende Userbasis Zugriff bekommen. Friend Connect ist ein Bündel von sozialen Widgets, mit denen man beliebige Webseiten sehr einfach mit einigen sozialen Funktionen erweitern kann.

Mit der social bar hat Google jetzt Friend Connect ein interessantes Update verpasst.

Eines der Probleme mit Friend Connect war, dass die eingebetteten Widgets – Widgets gibt es für das User Management, für Kommentare, für Bewertungen und für vieles mehr – in das Layout der Site integriert werden mussten und deshalb auch wertvollen Raum konsumierten.

Die social bar vereint die wichtigsten Funktionen von Friend Connect in einer Navigationsleiste, die wahlweise am oberen oder unteren Ende der Webseite platziert werden kann. Besucher der eigenen Website sehen, wer auf der Site Mitglied ist und können sich als neue Mitglieder anmelden. Bereits registrierte Besucher können sich anmelden, kommentieren, die Seite bewerten oder sich miteinander befreunden. Alle Funktionen können von der social bar aus aktiviert werden, die jüngsten Aktivitäten werden dynamisch aktualisiert.

Die Einbindung in die eigene Site ist ein Kinderspiel und in 5 Minuten erledigt. Das Layout muss nicht verändert werden. Wen die Anwesenheit einer Navigationsleiste also nicht stört, der kann sofort loslegen.

Für neue Mitglieder ist die Anmeldung einfach. Sie können sich mit einem bestehenden Google-Account oder via OpenID registrieren. Es dürfte wohl auch nicht lange dauern, bis die social bar auch einen Wiedererkennungswert hat. Viele Besucher werden also bald ohne Erklärungen wissen, was sie damit machen können und welche Vorteile sie von einer Mitgliedschaft hätten.

socialbar
socialbar

Der Wow-Effekt bleibt allerdings aus. Derzeit sind die angebotenen Funktionen noch zu limitiert. Aber die social bar hat Potential, weil sie offen für Verbesserungen ist.

Gmail-User wissen, wie kreativ Google sein kann, wenn es den Fokus auf einen Dienst legt. Es vergeht keine Woche, an der nicht zwei oder drei neue Funktionen für Gmail vorgestellt werden, die Benutzer individuell aktivieren können. Die meisten neuen Features sind übrigens Ergebnisse der 20%-Regelung, bei der Mitarbeiter einen Arbeitstag pro Woche für eigene Projekte verwenden können.

Ein guter UI-Designer könnte die social bar um einiges verbessern. Und wenn Google die social bar für andockbare Module öffnet, könnten wir bald eine Fülle an attraktiven Funktionen sehen, die den Wert einer Website tatsächlich erhöhen. Je grösser die Anreize werden, desto mehr Sites werden auch davon Gebrauch machen. Was uns wieder zurück zum Nebel bringt.

YouTube mit kostenpflichtigen Downloads

YouTube

Dass Google mit YouTube nicht unbedingt viel Geld verdient, ist bekannt. Jetzt gibt es erste Hinweise, dass man Videos völlig legal herunterladen kann. Bereits seit einigen Wochen kann man Videos von ChangeDotGov herunterladen. In diesem Channel kann man sich Videos rund um den Amtswechsel in den USA anschauen.

Eine Hilfeseite erklärt nun, dass man Videos von YouTube Partner gegen Entgelt herunterladen kann. Die Bezahlung erfolgt über Google Checkout, was wiederum heißt, dass man eine Kreditkarte benötigt. Das Video wird als mp4 gespeichert. Ein Partner Video, dass den Download offiziell anbietet, konnte ich nicht finden. Aber immer mehr Videos, die unter einer freien Lizenz wie Creative Commons stehen, können heruntergeladen werden.

Händler messen Erfolg von Onlinemarketing nicht

Können Sie Besucher oder Umsätze einer Kampagne zuordnen?
(Grafik: ibi research)

Onlinemarketing ist für Internethändler selbstverständlich. Suchmaschinenoptimierung und -werbung sowie der Versand von Newslettern sind die am häufigsten eingesetzten Marketinginstrumente. Jedoch untersucht nur die Hälfte der Unternehmen, ob sich diese Maßnahmen wirklich lohnen.

Die aktuelle Studie E-Commerce in Deutschland von ibi research an der Universität Regensburg zeigt, dass drei Viertel der Händler auf Suchmaschinenoptimierung setzen, um Besucher in ihren Webshop zu locken. Über die Hälfte schaltet auch Suchmaschinenwerbung und informiert per Newsletter über die angebotenen Produkte.

Diese Maßnahmen verursachen zum Teil erhebliche Kosten. Jeder vierte Händler gibt für Marketing-Aktivitäten mehr als 10.000 Euro pro Jahr aus, bei zwei von fünf sind es mehr als 5.000 Euro. Suchmaschinenwerbung und Zeitungsanzeigen sind dabei die größten Kostenblöcke. Der Erfolg dieser Investitionen bleibt vielen Onlinehändlern aber verborgen. Nur gut 40 Prozente der befragten Unternehmen wissen, wie viele Besucher eine Kampagne generiert hat. Und nur 36 Prozente der Firmen, die einen Newsletter versenden, kennen dessen Öffnungsrate.




Händler wollen Webcontrolling ausbauen

„Es überrascht, dass so wenige Händler sich mit der Wirkung ihrer Marketing-Maßnahmen auseinandersetzen", kommentiert Ernst Stahl von ibi research die Untersuchungsergebnisse. „Insbesondere, da Onlinehändler mithilfe von Web-Controlling-Tools sehr leicht feststellen können, wie gut beispielsweise die Marketing-Aktionen bei ihren Kunden ankommen". Ein Viertel der befragten Onlinehändler setzt gegenwärtig überhaupt kein Web-Controlling-Tool ein.

Viele Unternehmen planen jedoch, ihre Web-Controlling-Aktivitäten auszubauen. So wollen knapp 40 Prozent das Nutzerverhalten zukünftig regelmäßig analysieren, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Annähernd jeder zweite Händler will zudem Kundenbefragungen zur Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten einsetzen.

Für die Untersuchung „E-Commerce in Deutschland" wurden rund 700 Onlinehändler befragt. ibi research bietet die Studie kostenlos zum Download an.